Blogbeitrag
Migräne bei Männern: Hör auf deinen Körper
«Wird schon wieder.» «Ich halte das schon aus.» Solche Sätze sind für viele Männer Alltag – und können für die eigene Gesundheit zum Problem werden.
«Wird schon wieder.» «Ist halb so schlimm.» «Ich halte das schon aus.»
Sie spiegeln eine Haltung wider, die tief verankert ist: stark sein, funktionieren, nicht jammern. Doch genau diese Einstellung kann langfristig zum Problem werden, für die eigene Gesundheit.
Warum Männer seltener Hilfe suchen
Tatsächlich zeigt sich in der Schweiz ein klares Muster: Männer nehmen seltener medizinische Hilfe in Anspruch.
Ein Grund dafür liegt vermutlich in gesellschaftlichen Rollenbildern. Viele Männer wachsen mit der Vorstellung auf, Schmerzen aushalten zu müssen und Probleme mit sich selbst auszumachen. Dieses Verhalten ist tief verankert und kann dazu führen, dass gesundheitliche Beschwerden häufiger verdrängt oder verharmlost werden.
Hinzu kommt: Der Gang zur Ärztin oder zum Arzt wird oft hinausgezögert – manchmal so lange, bis Beschwerden nicht mehr ignoriert werden können. Dabei kann sich die Situation verschlechtern.
Wenn der Körper Signale sendet
Migräne beispielsweise wird oft unterschätzt, obwohl sie den Alltag massiv beeinträchtigen kann. Betroffene leiden nicht nur unter starken Kopfschmerzen, sondern auch unter Übelkeit, Lichtempfindlichkeit oder Konzentrationsproblemen.
Gerade im Arbeitskontext zeigt sich ein typisches Muster: Viele arbeiten trotz Migräne weiter. Aus Pflichtgefühl, aus Angst vor Konsequenzen oder weil sie ihre Beschwerden nicht ernst genug nehmen. Dabei wäre genau das Gegenteil wichtig – Rückzug, Ruhe und medizinische Abklärung.
Migräne ist keine «Kopfsache», sondern eine neurologische Erkrankung. Und sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, auf den eigenen Körper zu hören.
Männer leben weniger lang
Die Konsequenzen dieses Verhaltens zeigen sich deutlich: Männer leben in der Schweiz im Durchschnitt rund vier Jahre kürzer als Frauen.
Ein wesentlicher Faktor dafür ist das Gesundheitsverhalten. So zeigen Analysen, dass Männer seltener Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und häufiger gesundheitliche Risiken eingehen wie Rauchen oder eine unausgewogene Ernährung.
Das kann dazu führen, dass Krankheiten oft erst spät erkannt werden – mit entsprechend schlechteren Behandlungschancen.
Der Körper spricht – hörst du zu?
Unser Körper sendet ständig Signale. Müdigkeit, Schmerzen oder Veränderungen im Alltag sind keine Nebensächlichkeiten, sondern Hinweise darauf, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Körperliche Symptome sollten ernst genommen werden. Wer sie ignoriert, riskiert, dass sich gesundheitliche Probleme verschärfen.
Stärke neu denken: Arztbesuch ist kein Zeichen von Schwäche
Vielleicht ist es an der Zeit, das Verständnis von Stärke zu überdenken.
Stark und mutig ist, wer alles aushält und ignoriert.
Stark ist, wer Verantwortung übernimmt – auch für die eigene Gesundheit. Mutig ist, wer über seine Gefühle und Gesundheit spricht.
Ein Arztbesuch ist ein Zeichen von Schwäche.
Im Gegenteil: Er zeigt, dass man bereit ist, hinzuschauen und aktiv etwas zu tun.
Über Migräne sprechen: Ein offener Umgang kann Leben verändern
Gesundheit ist bei vielen Männern noch immer ein Tabuthema. Beschwerden werden verschwiegen, Unsicherheiten nicht angesprochen.
Doch genau hier liegt ein grosses Potenzial: Gespräche mit Freundinnen oder Freunden, Partnerinnen oder Partnern bzw. Fachpersonen können helfen, Symptome besser einzuordnen und frühzeitig zu handeln.
Niemand muss gesundheitliche Probleme alleine bewältigen. Also: Hör auf deinen Körper. Sei stark und mutig. Nimm Symptome ernst. Und lass dir von Fachpersonen helfen.
