Migräne & Männer
Migräne ist keine Frauenkrankheit: Der Mythos und seine Folgen
Viele Männer zögern, das Wort Migräne in den Mund zu nehmen. Zu präsent ist das Bild, dass Migräne vor allem Frauen betrifft. Zeit, mit dem Klischee aufzuräumen.
Viele Menschen zögern, das Wort Migräne überhaupt in den Mund zu nehmen – vor allem Männer. Zu präsent ist noch immer das Bild, dass Migräne vor allem Frauen betrifft. Es ist Zeit, mit diesem Klischee aufzuräumen.
Woher kommt der Mythos?
Dass Migräne oft als Frauenkrankheit gilt, hat mehrere Gründe. Einer davon ist biologisch: Hormonelle Schwankungen, etwa im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, können Migräne beeinflussen. Manche Frauen sind deshalb während der Periode besonders gefährdet.
Doch daraus hat sich ein verzerrtes Bild entwickelt. Migräne wurde über Jahre hinweg vor allem im Zusammenhang mit Frauen erforscht, kommuniziert und dargestellt. Männer tauchen in vielen Studien kaum auf.
Warum Männer ihre Migräne-Symptome nicht erkennen
Der Mythos hat konkrete Folgen. Viele Männer erkennen ihre eigenen Symptome nicht als Migräne, weil sie sich im Bild der typischen Betroffenen nicht wiederfinden.
Die Folge: Beschwerden werden anders eingeordnet – als Stress, Überarbeitung oder «normale Kopfschmerzen». Eine ärztliche Abklärung findet oft gar nicht statt.
Zusätzlich zeigt sich, dass Männer generell seltener medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. So erhalten viele Männer ihre Migräne-Diagnose erst sehr spät oder im schlimmsten Fall gar nie.
Migräne hat kein Geschlecht – Fakten gegen den Mythos
Migräne ist eine Frauenkrankheit.
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die jeden treffen kann.
Bei Männern sieht Migräne anders aus.
Die Symptome sind bei Männern und Frauen grundsätzlich ähnlich. Was sich unterscheidet, ist oft der Umgang damit.
Wenn Migräne als «Frauenkrankheit» abgestempelt wird, passiert etwas Gefährliches:
- Männer sprechen weniger darüber
- Symptome werden weniger ernst genommen
- Diagnosen werden spät oder gar nicht gestellt und die Migräne folglich auch nicht korrekt behandelt
Der Mythos trägt also direkt dazu bei, dass Menschen keine Hilfe bekommen.
Migräne-Aufklärung für Männer: Warum sie so wichtig ist
Migräne sichtbar zu machen, bedeutet auch, sie für alle sichtbar zu machen – unabhängig vom Geschlecht.
Je mehr wir das Bild erweitern, desto eher erkennen sich Betroffene wieder. Und desto eher holen sie sich Hilfe.
Denn Migräne ist behandelbar. Aber nur, wenn sie erkannt wird.
Du bist nicht allein mit deiner Migräne
Wenn du mit wiederkehrenden, starken Kopfschmerzen oder anderen typischen Migräne-Symptomen kämpfst: Nimm das ernst. Migräne kann viele Gesichter haben und sie betrifft mehr Menschen, als man denkt.
Lass dich nicht von veralteten Stereotypen verunsichern.
Migräne ist keine Frauenkrankheit. Sie ist eine neurologische Erkrankung. Und du hast das Recht, ernst genommen zu werden.
